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Tipps zum Heizen und Lüften

Oftmals wird man sich der Tragweite eigenen Verhaltens erst bewusst, wenn es zu Beeinträchtigungen oder Schäden gekommen ist. Das Thema ‚Heizen und Lüften‘ ist daher ein häufiger Streitpunkt zwischen Mieter und Vermieter.

Um Problemen und Schäden vorzubeugen, wollen wir hier Grundlegendes erläutern und einige Tipps zum Thema ‚Heizen und Lüften‘ geben. Unser Ziel ist es, Ihnen ein behagliches Raumklima und niedrige Heizkosten zu verschaffen und Sie vor schädlichen Schimmelpilzen zu schützen.

Nützliche Informationen können Sie auch unserem Flyer entnehmen: Flyer zum Thema Heizen und Lüften

 


Wie wird  richtig geheizt?

Die Wohnung wird bestenfalls auf einer konstanten Temperatur gehalten. Hierbei sollen Wohnräume auf 21°C erwärmt werden, Schlafräume auf 18°C und Badezimmer auf 24°C. Warum? Damit Sie sich wohlfühlen! Entscheidend zur Behaglichkeit trägt nämlich nicht nur die Wärme der umgebenden Luft sondern auch die Wärmestrahlung der Wände bei. Wird ein Raum kurzfristig aufgeheizt, erreicht die Lufttemperatur schnell auch über 21°C. Die Wände bleiben hierbei jedoch kalt. Die Wärme strömt von der warmen Luft, den Möbeln und uns Menschen zu den kalten Wänden. Hierdurch entsteht trotz einer Raumlufttemperatur von 21°C oder darüber ein unbehagliches Klima. Man spricht hier von einem Barackenklima. Außerdem benötigt die Aufheizung eines Raumes mehr Energie als den Raum auf einer konstanten Temperatur zu halten. Untersuchungen haben z.B. gezeigt, dass es kaum Einspareffekte gibt, wenn die Heizung mit einer Nachtabsenkung versehen ist. Die morgens notwendige Energie um die Räume wieder aufzuwärmen ist beinahe so hoch, wie die nächtliche Einsparung durch Absenken der Temperatur.

 

Wie vermeide ich Schimmelpilzbildung?

Schimmelpilze wachsen bei einer relativen Luftfeuchtigkeit ab ca. 80%. Es ist also nicht notwendig, dass tatsächlich Wasser kondensiert um einen Schimmelpilzbefall zu verursachen. Die Höhe der relativen Luftfeuchtigkeit ist abhängig von der Temperatur. Bei einer Raumlufttemperatur von 20°C und 9g in der Luft gelösten Wasser beträgt die relative Raumluftfeuchte ca. 60%. Bei einer Temperatur von 15°C und 9g Wasser liegt die relative Luftfeuchte bereits bei ca. 85%. Bei einer Temperatur von 13°C und 9g gelöstem Wasser kommt es bereits zu einem Tauwasseranfall.

Die Gleiche Luft, die von uns Menschen bei 20°C und 60% als durchaus noch angenehm empfunden wird, sorgt für Feuchtigkeit, wenn sie sich abkühlt. Dieses ist gut bei kalten Getränken zu beobachten, die man aus dem Kühlschrank herausnimmt.

Wenn wir nun berücksichtigen, dass die Außenwände gerade im Winter auf der Innenseite niedrige Temperaturen aufweisen, wird schnell klar, dass eine Schimmelpilzbildung nur vermieden werden kann, wenn entweder die Luft trockener wird oder aber die Temperatur erhöht wird. Insofern lassen sich Schimmel und Feuchtigkeit nur vermeiden, wenn korrekt geheizt und gelüftet wird.



Wie heize ich richtig?

Ziel des Heizens ist es, die Luft, das Mobiliar und die Wände zu erwärmen. Es muss soviel geheizt werden, dass die Wände eine Temperatur aufweisen, die hoch genug ist, dass die in der Raumluft vorhandene Feuchtigkeit nicht kondensiert oder aber über 80% relativer Luftfeuchte entsteht. In dem o.g. Beispiel wären das z.B. über 17°C. Es genügt daher gerade im Altbau nicht, wenn die Heizung nur angestellt wird, wenn der Raum genutzt wird. Vielmehr ist es notwendig, die Räume konstant zu beheizen.

 

Wie lüfte ich richtig?

Das Lüften dient dem Austausch der feuchten und verbrauchten Luft. Da die meisten Probleme im Winter auftreten, soll der Austausch der Luft möglichst schnell geschehen, um ein Auskühlen der Wohnung zu vermeiden und so Heizkosten zu sparen. Der schnellste Austausch der Luft wird erreicht, indem alle Fenster der Wohnung und alle Innentüren komplett für 2-5 Minuten geöffnet werden. Dieses sogenannte Stoßlüften sorgt für einen Luftaustausch, der über gekippte Fenster erst nach über 60 Minuten erreicht würde.

Bei normaler Nutzung einer Wohnung durch eine vierköpfige Familie entstehen durchschnittlich ca. 12 Liter Wasser pro Tag. Diese 12 Liter Wasser die in der Raumluft gebunden sind, müssen täglich durch Stoßlüften aus der Wohnung herausgelüftet werden.

 


Welche Räume sind gefährdet?

Besonders anfällig für Schimmelpilzbildung sind Räume, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und/oder die besonders niedrige Temperaturen aufweisen. In der Regel sind vom Schimmelpilzbefall daher Badezimmer und Schlafzimmer betroffen. In wenigen Fällen auch Küchen. In Wohnzimmern kommt ein Schimmelpilzbefall nur äußerst selten vor – wenn z.B. dort Wäsche getrocknet wird.

 

Woran merke ich, dass eine erhöhte Gefahr der Schimmelpilzbildung besteht?

Ein erstes Indiz für die Gefahr einer Schimmelpilzbildung sind offensichtlich erhöhte Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie an Ihren Fenstern Kondensat sehen, das sich evtl. sogar auf der Fensterbank ansammelt, ist dieses ein starkes Indiz für zu hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn sich gerade in den Außenwandecken die Wände kalt und feucht anfühlen, ist dieses auch ein Indiz für eine konkrete Gefahr der Schimmelpilzbildung.

 



Wie kann ich der Gefahr vorbeugen?

Wenn Sie bemerken, dass es zu einem Schimmelpilzbefall gekommen ist, stellen Sie Ihr Lüftungsverhalten bitte auf Stoßlüften – wie oben beschrieben – um. Im Einzelhandel gibt es bereits sehr günstig Raumthermometer mit integriertem Hygrometer. Hiermit können Sie prüfen, ob die Räume warm und auch trocken genug sind.

Im Winter bei kalten Außentemperaturen von -5°C und einer relativen Luftfeuchte von über 90% sind in der Außenluft knapp 2g Wasser gelöst. Wenn durch ausreichendes Stoßlüften mehrmals am Tag die Luft komplett ausgetauscht wird, ist es theoretisch möglich, die relative Luftfeuchte in der Wohnung bei 21°C auf unter 20% zu senken. Praktisch ist damit eine Schimmelgefahr ausgeschlossen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Temperatur zu erhöhen. Wenn Sie im Schlafzimmer eine Schimmelpilzbildung entdecken oder befürchten, genügt es oftmals schon, das Schlafzimmer tagsüber zu beheizen. Wenn Sie das Thermostat der Heizung auf die Stufe 3 stellen, wird sich das Schlafzimmer, das Mobiliar und die Außenwände auf ca. 21°C erwärmen. Wenn Sie dann vor der Nachtruhe stoßlüften, kühlt sich die Raumluft auf angenehme 18°C oder darunter ab. Durch die in den Wänden gespeicherte Wärme wird jedoch eine Schimmelpilzbildung nachhaltig verhindert.

 

Wie entfernt man evtl. vorhandenen Schimmel?

Für die Beseitigung des vorhandenen Schimmels können im Einzelhandel erhältliche Schimmelentferner verwendet werden. Wenn die notwendigen Faktoren die das Schimmelwachstum begünstigen (Temperatur und Feuchtigkeit) verbessert wurden, ist ein weiteres Schimmelwachstum ausgeschlossen.

Da die handelsüblichen Schimmelentferner jedoch auch für uns Menschen nicht ungefährlich sind, empfehlen wir die Verwendung von reinem Alkohol oder Spiritus. Ein so getränkter Schwamm kann zur Befeuchtung der betroffenen Stellen verwendet werden.

 

Wie geht der BWV bei einer Meldung des Schimmels vor?

Wenn Sie uns einen Schimmelbefall melden, prüft ein Mitarbeiter der Abteilung Bautechnik mittels Feuchtemessgeräten und ggfls. Thermografieaufnahmen den Grad der Durchfeuchtung/Kondensation der betroffenen Stelle. Sodann wird geprüft, ob eine andere Ursache als Raumluftkondensation für die Feuchtigkeit verantwortlich gemacht werden kann (undichte Wasser- oder Heizungsinstallation, Schäden am Dach oder der Fassade etc.).

Besteht Zweifel über die Ursache der Schimmelpilzbildung wird ggfls. über einen längeren Zeitraum Raumtemperatur und Raumluftfeuchte ermittelt.

 

Wie kann ich prüfen, ob Raumluftfeuchte für den Schimmel verantwortlich ist?

Ohne geeignete Messgeräte können Sie keine qualifizierte Aussage über den Grund der Schimmelpilzbildung treffen. Wenn Sie jedoch folgende Aussagen bejahen können, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Schimmelbefall im Heiz- und Lüftungsverhalten begründet liegt:

  • Betroffen ist Schlaf- oder Badezimmer.
  • Der Schimmelbefall konzentriert sich auf eine Wärmebrücke (Raumecke, entlang der Decke oder des Bodens, hinter an den Außenwänden stehenden Möbeln).
  • Die Luftfeuchtigkeit liegt konstant über 50%.
  • Der Raum wird nur temporär oder nur sehr niedrig aufgeheizt.

 

Tipps des BWV-Teams:

  • Kontrollieren Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit regelmäßig.
  • Betreiben Sie min. 2-3 Mal pro Tag Stoßlüftung und lassen Sie die Fenster nicht auf Kipp.
  • Beheizen Sie alle Räume gleich gut – möglichst auf 19-22°C.
  • Reinigen Sie evtl. vorhandene Lüftungsgitter oder –schlitze.
  • Vermeiden Sie einen erhöhten Wassereintrag (Wäsche trocknen) und lüften Sie gezielt nach dem Duschen, Baden oder Kochen.
  • Verdecken Sie nicht die Heizkörper mit Möbeln.
  • Lassen Sie einen ausreichenden Spalt zwischen Möbeln und Wänden damit Luft zirkulieren kann.